SKI – Rottal: 2,5-5,5 – Fehlstart gelassen zur Kenntnis genommen

Wie gut, wenn man so hoch verliert, dass ein einzelnes gedrehtes Ergebnis auch nichts mehr an der Niederlage geändert hätte. Vor dem Spielbeginn waren wir – mich eingeschlossen – aufgrund unserer Abgänge eher verhalten optimistisch gewesen nach dem Motto „Könnte schon was gehen.“ Hinterher war dementsprechend wenig Enttäuschung zu spüren: „Ist halt nichts gegangen.“


Martin und Christian steuerten mit zwei Fast-Nicht-Partien zwei halbe Punkte bei. Beides war aber ok: Immerhin hatte Martin Schwarz an Brett 1, wo sein Stonewall schnell kompletten Ausgleich hinterließ. Christian fand gegen seinen supersoliden Gegner keinen Ansatzpunkt, aber sein Handicap der fehlende Spielpraxis fiel so auch nicht zu sehr ins Gewicht. Ansonsten standen Daniel, Thomas und ich mit Weiß in der Eröffnungsphase bequem. Bei den Schwarzpartien war bei Mike noch nicht viel los, während man sich um Oliver und Hans schon Sorgen machen musste. Hans hatte einen frühen Damenausflug riskiert, aber sein Gegner zeigte keine Scheu vor Opfern, um diesen zu widerlegen. Tatsächlich wurde die schwungvolle Leistung von Bensch zur attraktivsten des Tages, während Hans umgekehrt die Partie nur mit einem Sch-Wort zusammenfasste. Oliver wurde für den einen oder anderen Mehrbauern und viel Entwicklungsvorsprung heftig und offensichtlich völlig korrekt angegriffen und stand dann mit Minusfigur da. Null aus zwei lautete also die Prognose für die Bretter 3 und 7.
In der Folge ging es munter weiter bergab: Thomas hatte sich mit einem Trick das Läuferpaar gegen das Springerpaar gesichert und damit Vorteil erzielt. Einen der Läufer ließ er aber sogleich wegen einer Kombination hängen, die aus mindestens einem Grund absolut gar nicht funktionierte. Bald wurde die Aufgabe unvermeidlich. Daniel übersah, wie einfach sein Gegner den Bauern e5 decken konnte und so ergab sein vorangegangenes Spiel keinen Sinn mehr. Bald hielt dieser im Endspiel das Läuferpaar gegen Läufer und Springer und brachte den Punkt überzeugend nach Hause. Während Daniel bei uns den größten DWZ-Nachteil hatte, hatte ich den größten Vorteil. Nur schade, dass man das auch durch ordentliche Züge rechtfertigen sollte, was mir im frühen Mittelspiel nicht mehr gelang. Durch eine „Da-wird-dann-schon-was-gehen“-Aktion und weitere Ungenauigkeiten kombiniert mit großer Schläfrigkeit ging die Initiative auf meinen Gegner über und ich war nur noch damit beschäftigt, meine Stellung zusammenzuhalten.
Somit stand es 4 – 1 für Rottal und nur die Höhe der Niederlage war fraglich. Ich hatte mich konsolidiert, bog aber in weiterhin komplexer Stellung noch einmal falsch ab und musste mit der Zeitkontrolle in ein langfristig wohl verlorenes Endspiel mit Minusqualität übergehen. Nur Mike konnte zufrieden sein. Während sein Gegner den weit vorgerückten a3-Bauern eroberte, rückte Mike am Königsflügel vor und diese Initiative zusammen mit dem sehr schlechten weißen Läufer erbrachte mindestens vollwertige Kompensation. Als er vor der Zeitkontrolle dann einfach einen wichtigen Bauern mitnehmen durfte, winkte auf längere Sicht schon der Gewinn.
Stattdessen bekam Oliver auf krasse Weise plötzlich den ganzen Punkt überreicht, als manch einer seine Partie schon aufgegeben hätte. Sein Gegner konnte zwar im Endspiel mit glatter Mehrfigur Olivers letzten irgendwie noch bedeutsamen Bauern schlagen, aber er wollte vorher noch ein Schach geben. Nur leider war dieses Schach gar keines und statt den König zu ziehen, durfte Oliver den besagten Bauern einfach ins Ziel schieben. Der Sieg war aber trotzdem nicht in Reichweite, denn mehr als ein Remis war bei mir wirklich nicht möglich. Meine Stellung hatte sich verbessert und mein Gegner keinen Gewinnplan entdeckt. Trotzdem hätte ich nicht darauf gewettet, dass ein solcher nicht doch irgendwo schlummerte, und war daher froh, dass mein gut getimtes Angebot angenommen wurde.
Mike hatte sich da leider schon auf ein gegenseitiges Eindringen in die Stellung eingelassen, anstatt seinen großen Vorteil zu konsolidieren, und geriet in Schwierigkeiten. Er verlor dann recht schnell, aber er war auch sichtlich übermüdet und wusste ja, dass es keine Mannschaftspunkte mehr zu holen gab.          

Am Ende registrierten wir also eine klare, aber nicht desaströse Niederlage, und so werden wir ebenso entspannt und locker nach Unterhaching fahren und sehen, ob da vielleicht etwas geht.