(ms) Die erste Mannschaft schafft mit einem klaren 7-1 gegen Aufstiegskonkurent Gräfelfing eine Runde vor Schluss den Aufstieg in die Landesliga. Mit einer gesunden Portion Respekt sind wir Richtung Gräfelfing aufgebrochen, ging es doch gegen den Zweiten in der Tabelle und der Aufstieg war noch nicht unter Dach und Fach. Doch der Tag entwickelte sich besser als gedacht.

 

Schon in der Eröffnungsphase entwickelten sich die meisten Partien günstig für uns. Eine Ausnahme war aber die Partie von Wolfgang. In einer scharfen Naidorfvariante begab er sich auf für ihn neues Terrain. Sein Gegner konnte das altbekannte Springerofer Sd5 in einer für ihn günstigen Ausführung platzieren und die spätere Analsyse hat gezeigt, dass hier tatsächlich ernsthafte Gefahr bestand. Allerdings hat Wolfgang den Braten gerochen und noch Remis geboten, bevor das Brett in Flammen stand. EIne sehr gute Entscheidung die ihm wohl viel Stress erspart hat.

Romans Partie entwickelte sich gewohnt ruhig doch auf einmal ging es ganz schnell. Sein Gegner kam mit einigen ungenauen Zügen schnell auf die falsche Bahn, stellte erst einen Bauern ein und geriet dann in die Defensive. Roman lies sich nicht zweimal bitten und schaltete in den Angriffsmodus. Wenige Züge später war es dann auch schon vorbei, sein Gegner wollte die Quali opfern um den Angriff abzuwehren, doch es drohte schon Matt. Das bedeutete schon frühzeitig die Führung für uns.

Hans ist inzwischen auf den Geschmack gekommen und hat gemerkt, dass man auch mit 1.e4 schöne Partien gewinnen kann. Und wenn es dann mal läuft, schaut es immer so einfach aus. Sein Gegner hatte sich jedenfalls für die Aljechin-Verteidigung entschieden, aber richtig ausgleichen konnte er nie. Auch hier konnte Hans schon frühzeitig eine Quali mitnehmen, hat sich aber dagegen entschieden und stattdessen den Druck weiter erhöht. Schwarz gab schließlich im 30. Zug auf, die Stellung konnte nicht weiter zusammen gehalten werden.

Andre's Partie war da einige Zeit weniger klar. Nach der Eröffnung hätte ich die Stellung wohl als ausgeglichen eingeschätzt. Doch sein Gegner wollte sich nicht damit zufrieden geben und schaltete in den Angriffsmodus. Ob die Stellung dafür geeignet war wage ich zu bezweifeln, doch nach einem spekulativen Läuferopfer gab es kein Zurück mehr. Zugegeben, es sah kurzzeitig etwas gefährlich aus, aber die Taktik arbeitete für Andre und als sich der Rauch wenige Züge später verflüchtigte gab Weiß auf.

Zu diesem Zeitpunkt fehlte noch ein halber Punkt zum 4-4 und damit zum sicheren Aufstieg. Den fehlenden halben Punkt lieferte dafür unser Mike. Leicht angeschlagen war seine Ausgangslage alles andere als perfekt. Aber er erspielte sich eine angenehme Stellung und hatte die Lage stets unter Kontrolle. Das Remis ging am Ende wohl auf jeden Fall in Ordnung und der Tag war im Mannschaftssinne gerettet.

Es liefen zu diesem Zeitpunkt also noch 3 Partien und wir konnte jetzt ganz entspannt aufspielen. Die nächste Entscheidung fiel bei Ralf. Sein Gegner hatte dem Londoner System jedenfalls wenig entgegegenzusetzen. Der schablonenhafte Aufbau wurde auch schnell bestraft und der schwarze König wurde nach der Rochade ins Fadenkreuz genommen. Das wirklich schwere in dieser Partie war wohl, dass es soviel verlockende Züge gab und man sich entscheiden musste, auf welche Weise man am besten den Angriff fortsetzen sollte. Auch wenn möglicherweise der direkteste Gewinn ausgelassen wurde, war der volle Punkt wohl nie in Gefahr und Schwarz gab schließlich auf.

Daniel hatte heute auch eine schöne Partie auf dem Brett. Auch wenn die Eröffnung noch ruhig begann nahm die Partie wenig später richtig Fahrt auf. Bei unterschiedlichen Seiten der Rochade entschied sich sein Gegner schließlich dazu einen Bauern zu fressen, aber das war eine riskante Entscheidung. Daniel hat sich jedenfalls nicht zweimal bitten lassen und nahm den gegnerischen König sogleich aufs Korn. Als in der Folge ein Figurenverlust unvermeidbar wurde gab sein Gegner schließlich auf.

Den längesten Arbeitstag hatte an diesem Tag ich selber. Folgte die Partie lange Zeit bekannter Theorie. war es schließlich mein Gegner, der sich für eine Variante entschied, die ihn in eine schwere Lage brachte. Doch auch wenn man weiß, dass man eigentlich auf Gewinn steht, muss die Partie erst noch gewonnen werden. Mein Gegner bekam jedenfalls noch reichlich Angriff für eine geopferte Figur. Erst als der Rauch sich verzogen hatte und die Damen vom Brett kamen war ein gewonnenes Endspiel das Resultat der Verwicklungen.

Damit war das 7-1 amtlich und der Aufstieg perfekt. Bei reichlich Sonnenschein konnte dann der Abend mit einem Stück Pizza im Biergarten ausklingen. Was will man mehr!